Geschichte der Hypnotherapie

 

 

 

 

Geschichte der Hypnose aus: Wikipedia, die OpenSource-Enzyklopädie

Die moderne Wissenschaft nahm die Hypnose um 1770 als Phänomen wahr.
Franz Anton Mesmer experimentierte mit Magneten, die er Patienten auflegte. Er nannte den Effekt ‚Magnetismus animalis‘, schrieb jedoch die Heilkräfte den Magneten zu. Aufgrund von Mesmers Popularität nannte man den Vorgang des Hypnotisierens lange Zeit auch „Mesmerisieren“; ein Ausdruck, der im zeitgenössischen Englisch noch existiert (to mesmerize ‚hypnotisieren‘).

Alfred Russel Wallace meinte, mit Hilfe des Mesmerisierens die Gallsche Schädelkarte nachweisen zu können.[3] Friedrich Engels kritisierte in einem zu Lebzeiten unveröffentlichten Text den Mesmerismus und Wallace Theorien als Irrglauben und Selbsttäuschung. Nach eigener Darstellung habe Engels einen zwölfjährigen Jungen ohne Magnete durch „gelindes Anstieren oder Bestreichen“ in einen hypnotischen Zustand versetzt, um dann den Jungen die Wirkung selbsterfundener gallscher Schädelbereiche nacherleben zu lassen. Er kommt zum Schluss, dass sich immer erst Effekte einstellten, wenn dem „Patienten zu verstehn gegeben [wurde], was von ihm erwartet wurde.“[3] Der Glaube des Hypnotiseurs an die Schädelkarte ließ unbewusst die gewünschten Effekte beim Hypnotisierten eintreten, wie auch den Magneten Wirkkräfte zugeschrieben wurden, welche durch andere Ursachen entstanden.

In Großbritannien standen relativ viele Menschen dem Prozess des „Mesmerisierens“ kritisch gegenüber. Trotzdem besuchte der schottische Augenarzt James Braid einen Auftritt des Magnetiseurs LaFontaine und stellte fest, dass das Flattern der Augenlider nicht willentlich ausgelöst werden konnte. Er experimentierte daraufhin mit Versuchspersonen, die er bat, glänzende Gegenstände zu fixieren, um sie damit in einen Trance-Zustand zu geleiten. Im Laufe der Zeit verwarf er die Ideen des Magnetischen Animalismus und stellte die Theorie von hirnphysiologischen Veränderungen, die während einer Trance stattfinden sollten, auf. Braid führte zahlreiche Augenoperationen unter Hypnose durch und eröffnete damit die Debatte um weitere Anwendungs- und Behandlungsmöglichkeiten.

Im 19. Jahrhundert war Frankreich mit den Schulen in Nancy (Ambroise-Auguste Liébeault, Hippolyte Bernheim) und Paris (Jean-Martin Charcot) führend in der Erforschung der Hypnose. Sigmund Freud wurde 1885 bei Jean-Martin Charcot in Paris auf die Experimente von Mesmer aufmerksam und versuchte selbst diese Methode, um Patienten zu behandeln. Dies wurde zum Ausgangspunkt seiner Studien über Hysterie. Später ließ er diese Methode jedoch wieder fallen und widmete sich seiner Technik der freien Assoziation.

Wesentlich weiterentwickelt wurde die Hypnose im 20. Jahrhundert im deutschen Sprachgebiet zunächst durch Oskar Vogt (1870-1959), dann durch dessen Schüler Johannes Heinrich Schultz (1884-1970), der daraus das autogene Training entwickelte, und später durch Klaus Thomas.

Im amerikanischen Sprachgebiet wurde die Hypnose wesentlich weiterentwickelt durch Milton H. Erickson (indirekte Hypnose), Kroger und Dave Elman (autoritäre Hypnose). In England gilt John Hartland als einer der bekanntesten Hypnotiseure. Sein Buch Dictionary of Medical and Dental Hypnosis zählt zum offiziellen Ausbildungslehrwerk für britische Hypnoseärzte. Erickson begründete eine neue Form der Hypnotherapie, die heute als die modernste Form gilt und aus der sich weitere psychologische Methoden, wie z. B. das Neuro-Linguistische Programmieren, entwickelten.

Hypnotherapie Anwendungsgebiete

Hypnotherapie Anwendungsgebiete

Die Wirksamkeit der Hypnotherapie wurde in vielen Studien nachgewiesen.

Forschungsergebnisse über Hypnotherapie

Anwendungsgebiete mit empirisch belegter Wirksamkeit

  • Depression (Affektive Störungen F3)
  • Phobien (Angststörungen F40, F41, F42)
  • Anpassungsstörung, posttraumatische Belastung, akute Belastung (Belastungsstörungen F43)
  • Somatoforme Schmerzen, Reizdarm, Fibromyalgie (Dissoziative, Konversions-, Somatoforme Störungen F44, 45, 48)
  • Essattacken, Körperbild bei Essstörungen (Essstörungen F50)
  • Schlafstörungen, sexuelle Störungen (Andere Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen F51, 52, 21)
  • Operationsschmerz, Geburtsschmerz, Krebsschmerz, Migräne (Psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten F54)
  • Abnorme Gewohnheiten, Störung der sexuellen Identität und der sexuellen Präferenz, strukturelle Frühstörungen (Persönlichkeitsstörungen F60, Verhaltensstörungen F63–69)
  • Nikotinabhängigkeit (Abhängigkeit und Substanzmissbrauch F1)
  • Schmerzkontrolle, Enuresis, Übelkeit und Erbrechen bei Krebs

 

Eine Übersicht vieler empirischen Studien im Bereich Hypnotherapie

Hypnotherapie ist bestens erforscht

Hypnotherapie ist ein bewährtes Verfahren und wird seit Jahrtausenden in der Psychotherapie eingesetzt.

Warum?
Es hat sich bewährt und wirkt sehr gut.

Hypnotherapie in mehr als 200 Studien erforscht

Bei uns hier in der westlichen Welt sind Forschungsergebnisse sehr wichtig. Studienergebnisse steigern die Glaubwürdigkeit.
Vor allem der Psychologe und Psychotherapeut Prof. Dr. rer. soc. Dirk Revenstorf  hat einen großen wissenschaftlichen Beitrag dazu geleistet. Durch ihn wurde die Hypnotherapie in Deutschland wieder bekannter und nimmt inzwischen in der modernen Psychotherapie einen wichtigen Platz ein.

Die Hypnotherapie ist mittlerweile offiziell anerkannt

Der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie hat am 27.3.2006 die Hypnotherapie anerkannt als wissenschaftliche Psychotherapiemethode im Sinne des § 11 Psychotherapeutengesetzes.

Die Hypnotherapie ist mittlerweile sehr gut erforscht und die Wirksamkeit  ist bestätigt.
Ein wichtiges Merkmal ist, wie lange die Wirkung nach einer Psychotherapie anhält.
Hier zeigt die Hypnotherapie große Vorteile im Vergleich zu anderen Methoden.
Eigentlich ganz klar, da im Zustand der Trance  viel tiefere Schichten des Bewusstseins angesprochen werden und so auch länger anhaltende Veränderungen möglich sind.
Wen es genau interessiert, hier eine Übersicht vieler empirischen Studien im Bereich Hypnotherapie

 

Bei welchen Themen ist Hypnotherapie sinnvoll?
Die Sicht der Wissenschaft

Es zeigte sich, dass die Hypnotherapie bei verschiedenen Leiden sehr hilfreich sein kann.
Erstens bei psychischen Themen, zweitens bei psychisch-körperlichen Themen und drittens auch bei rein körperlichen Themen.
Das zeigt auch den Zusammenhang zwischen Körper und Psyche. Die gegenseitige Beeinflussung ist nicht zu unterschätzen.

Der Körper wirkt auf die Psyche, und umgekehrt wirkt auch die Psyche auf den Körper.

Hypnotherapie bei Angststörungen, wie

  • Phobien, z. B. Platzangst, Spinnenangst, Höhenangst, Schlangenangst, Angst beim Zahnarzt, Prüfungsangst
  • Panikstörungen, Panikattacken, Angstattacken
  • Soziale Ängste, z. B. Angst in Menschenmengen
  • Generalisierte Angststörung, frei flottierende Angst, Angst vor der Angst

Hypnotherapie bei Traumatas

  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, PTSD)
  • Bei traumatischen Erlebnissen wie z.B. Geburtstrauma, Zwillingstrauma, bei Unfällen und Gewalt

Hypnotherapie bei Essstörungen

  • Essstörungen wie Bulimie, Übergewicht, Binge Eating oder Binge-Eating-Störung, Fressanfällen, Heißhungerattacken, Essanfällen

Hypnotherapie bei Suchtverhalten, besonders beim Rauchen

Hypnotherapie bei psychosomatischen Problemen, wie

  • Migräne
  • Schlafstörungen
  • Allergien
  • Reizdarm

Hypnose bei akutem Schmerz zur Schmerzlinderung

  • Geburt, Hypnobirthing
  • bei Operationen zur Schmerzminderung
  • Zahnmedizin

Hypnose bei chronischem Schmerz

  • Tumorerkrankungen
  • Arthritis
  • Rückenschmerzen
Weitere Informationen: Quellen:
MEG- Regionalstelle Tübingen Leitung: Prof. Dr. Dirk Revenstorf und Dr. Elsbeth Freudenfeld Milton H. Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose e.V. Revenstorf et al. (2003). Expertise zur wissenschaftlichen Evidenz der Hypnotherapie. Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie Gutachten zur wissenschaftlichen Anerkennung der Hypnotherapie